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Aus frühen schriftlichen Quellen wissen wir, dass die Sami
bereits im 9. Jahrhundert eine Jagdtechnik auf Wildrentiere entwickelt hatten,
wobei man zahme "Lockrentiere" als Köder anwendete. Schon zu Beginn wurden die
Rentiere auch als Zug- und Lastentiere eingesetzt.
Als während des 16. und 17. Jahrhunderts der Bestand der
Wildrentiere dramatisch abnimmt, entwickelt sich stufenweise ein Übergang zur
Zahmrentierhaltung und zum Nomadentum, was weitflächige Weidegebiete und
ständige Wanderungen zwischen den Weiden der Jahreszeiten erfordert. Das
entwickelte Rentiernomadentum mit immer größer werdenden Rentierherden,
konkurriert mit der Jägergesellschaft um ein und dieselben Ressourcen.
Die Jägergesellschaft löst sich auf und viele Sami werden
sesshafte See- und Küstensami, deren wichtigste Versorgungsquelle Fisch ist - in
Kombination mit Landwirtschaft und der Haltung einer kleinen Anzahl zahmer
Rentiere.
Die samische Rentierzüchter-Gesellschaft etabliert sich und
die Rentierhaltung wird zu einem samischen Lebensstil und zum wichtigsten Erwerb
der Sami.
Heute produziert das Rentiergewerbe in Schweden eine gewisse
Menge von hochklassigen Lebensmitteln und ist Verwalter der samischen Rechte
betreffend Land und Wasser und des samischen Kulturerbes.
Bis zu 2500 Sami versorgen sich hauptsächlich vom
Rentiergewerbe. Die Anzahl der Rentiere in Schweden liegt zwischen
230.000-280.000 Tieren in den Winterherden.
Die Menschen des Landes
Das Land der Sami, auf samisch Sápmi,
erstreckt sich von der Kola-Halbinsel im Nordosten bis zur Höhe von Engerdal in
Norwegen und Idre in Schweden. Die seit etwa 10.000 Jahren entwickelten Kultur-
und Lebensformen in Sápmi,
mit seinem subarktischen Klima, sind sowohl der extremen Kälte, als auch der
Hochsommerwärme angepasst. Nach dem traditionellen Lebensstil lebte man von dem,
was die Natur und der Boden als jährlichen Überschuss abgaben. Ein Lebensstil,
der noch heute die samische Kultur prägt.
Das Rentier, das während unsere ganze Geschichte eines der
wichtigsten Beutetiere war, wandert zwischen den verschiedenen Weidegebieten,
vom Hochgebirge im Sommer zu den Waldgebieten im Winter. Die samische
Nomadenkultur passte ihren Lebensrhythmus den Wanderungen der Rentiere vom
Gebirge zur Küste an.
In den verschiedenen Gebieten in Sápmi
haben sich, abhängig von den ökologischen und naturgeographischen
Voraussetzungen, unterschiedliche Kulturformen entwickelt. In den nördlichen
Waldgebieten haben sie einen mehr stationären Lebensrhythmus unter den Waldsami
in Schweden, während in der Nähe der großen Seensysteme und an der norwegischen
Küste eine mehr sesshafte samische See- und Küstenkultur überwiegt. Die Sami
haben sich im Laufe der Jahrhunderte dem Lebensstil mit einer kombinierten
Erwerbstätigkeit angepasst, wo z. B. die Rentierzucht, die Jagd, der Fischfang,
die Hofwirtschaft und das Handwerk zur Versorgung beitragen.
Es ist ein Volk, in vier nationalen Staaten verteilt. Die
meisten wohnen in Norwegen: 40.000-45.000, in Schweden bis zu 20.000, in
Finnland 5000-6500 und in Russland ca. 2000. Diese Zahlen sind ungefähre
Schätzungen, da bisher noch nie eine exakte Volkszählung der Sami durchgeführt
worden ist.
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