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Die Öresundbrücke

Im Norden Europas trennt der Öresund Dänemark und Schweden. In dieser 16 km breiten Meerenge herrscht oft schlechtes Wetter. Der Nebel wirkt wie eine Mauer zwischen den beiden Ländern. Dabei hat jedes Land etwas, was der andere dringend bräuchte. In Kopenhagen sind billige Wohnungen Mangelware, dafür fehlt es im schwedischen Malmö an Arbeitsplätzen. Durch die Brücke wurde die Wirtschaft erheblich angekurbelt.

Auf der dänischen Seite befindet sich der internationale Flughafen Kastrup. Nach Computerberechnungen hätte der Bau einer Brücke mit hohen Pylonen den Luftverkehr behindert. Einen Tunnel über die ganze Strecke zu bauen, wäre zu teuer gewesen. Man entschied sich für einen Teil als Brücke und einen Teil als Tunnel.

Den Anfang machte die Insel. Die Arbeiten begannen am 17.08.1995. Die Insel wurde in 14 Monaten fertig gestellt. In der Mitte des Öresund, neben der nahe gelegenen Naturschutzinsel Saltholmen wurde die künstliche Insel Peberholmen aufgeschüttet. Als ersten Schritt wird der Umriss gelegt. 1,6 Millionen Tonnen Gestein wurden dafür aus Schweden angeliefert. 16 Frachtkähne liefern jeden Tag 18.000 rund um die Uhr. Mit Hilfe von GPS wird jede Ladung präzise entladen. Die Umfassung ist rund 12 km lang. Nach dem Eindeichen

Mit einem riesigen Schwimmbagger wurde der 46 Meter breite und 11 Meter tiefe Graben für den Senktunnel ausgebaggert. Der Aushub wurde mit Lastkähnen zur Insel gebracht. Während den Baggerarbeiten drohte die ganze Zeit die Gefahr von Bomben aus dem 2. Weltkrieg. Bis zum Ende der Baggerarbeiten wurden von Tauchern 16 Bomben entfernt und zerstört. Nach Fertigstellung der künstlichen Insel ist Dänemark um 1,3 qkm größer.

Die Kluft zwischen den beiden Nationen ist größer als man meint. Die Züge fahren in Dänemark rechts, in Schweden links. Außerdem fahren sie mit unterschiedlicher Spannung und unterschiedlichen Funkfrequenzen. Man musste Züge entwickeln, die sich von 25.000 Volt auf 15.000 Volt umstellen ließen. Die Feuerwehrausrüstung der beiden Nachbarländer ist nicht kompatibel. So mussten an jedem Hydranten zwei verschiedene Anschlüsse angebracht werden.

Der Drogdentunnel besteht aus 20 miteinander verbundenen Segmenten. Jedes Element ist 176 Meter lang, 39 Meter hoch und 8,5 Meter hoch. In ihrem Inneren befinden sich 2 Röhren für den Kraftzeugverkehr, 2 für den Schienenverkehr und ein Rettungstunnel. Die Öffnungen der Segmente wurden mit Stahlpaneelen verschlossen, damit sie schwimmen konnten. Durch ein ausgeklügeltes Schleusensystem, wurde das Baubassin geflutet. Die Segmente konnten dann mit 4 Schleppern über der Grube positioniert und abgesenkt werden. Mit Winden wurden die einzelnen Segmente am Meeresboden zusammengezogen, die Paneele entfernt und das Ballastwasser ausgepumpt. Damit der Tunnel keinen Auftrieb bekommt, wurde eine ein Meter dicke Betonschicht aufgebracht. Darüber schüttete man Geröll.

Die Pylone sind unterhalb der Fahrbahn mit einem Querbalken verbunden. Der eigentliche Bau der Pylone begann an Land. Wie die Tunnelsegmente wurde auch die Fundamente im Trockendock hergestellt und nach dem Fluten des Baubassins mit einem Lastkatamaran über die zuvor ausgehobenen Gruben herabgelassen. Mit Hilfe von GPS konnte man sie bis auf 7,7 cm genau positionieren. Von außen wirken die Pylone massiv, doch in Wirklichkeit befindet sich eine Menge Ausrüstung darin – auch ein Aufzug. Währen die Pylone in der Mitte des Öresunds eingerichtet werden, erfolgte an Land die Fertigung der 140 Meter langen und 23 Meter breiten doppelstöckigen Fahrbahnsegmente. Mit dem Schwimmkran ‚Svanen’ wurden die Segmente auf die Stützpfeiler gehoben. 160 Kabel halten die 1092 m lange Hochbrücke 57 m über dem Meer. Die Pylone ragen 206 m in die Höhe. Am 14.08.1999 setzte ‚Svanen’ das letzte Fahrbahnsegment ein und am 1.7.2000 um 23:00 Uhr wurde die Öresundquerung für den Verkehr freigegeben.

Der Bau einer festen Verbindung durch den 16 km breiten Öresund war Generationen lang ein Traum. Die Verwirklichung dieses Traumes war eine planerische, gestalterische und technologische Meisterleistung. Die Öresundverbindung hat die Landkarte Europas verändert – 2 Städte, 2 Länder sind näher zusammengerückt.

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