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Edvard Munchs Bedeutung für die Kunst des 20. Jahrhunderts
ist nicht hoch genug einzuschätzen und nur mit der von Vincent van Gogh oder
Paul Gauguin vergleichbar. Wesentliche Richtungen der modernen Malerei bis in
die Gegenwart gehen auf den großen Norweger zurück. Munch hat grundlegende
Gefühle des Menschseins in zeitlose Bilder gegossen.
Lange Jahre arbeitete der
1863 geborene Künstler in Frankreich und Deutschland, bevor er 1909 nach einem
schweren Nervenzusammenbruch endgültig in seine norwegische Heimat
zurückkehrte. Von da an lebte er bis zu seinem Tod 1944 an verschiedenen Orten
nahe Kristiania. Anders als in den von ständigen Ortswechseln und dramatischen
Affären gekennzeichneten vorhergehenden Jahrzehnten fand Munch hier nun die
Muße, längere Zeit an einem Ort zu verweilen und sich ganz auf seine Kunst zu
konzentrieren. 1916 kaufte er westlich von Kristiania den großen ehemaligen
Gärtnereibesitz Ekely. Als zusätzliche Ateliers und Ausweichquartiere behielt er
seine früheren Domizile in Asgårdstrand, Kragerö, Hvitsten und auf Jelöya bei.
Die von parkähnlichen Ländereien umgebene Villa bot dem Künstler einen weiten
Blick auf die umgebende Landschaft. Anders als die oftmals dramatisch oder
melancholisch gestimmten Gemälde früherer Jahrzehnte zeichnen sich die auf Ekely
entstandenen Werke durch auffällig leuchtende Buntheit, Lockerheit der
Pinselführung und eine an der unmittelbaren Umgebung orientierte Motivwahl aus.
Fasziniert von der Klarheit der nordischen Winternacht schafft Munch eine Reihe
magisch anmutender Ansichten der tief verschneiten Landschaft unter dem
Sternenhimmel.
Neben Modellen, Freunden und Selbstporträts, malte er immer
wieder die Bauern bei der Feldarbeit. Doch ließen Munch die großen Themen
früherer Jahre nicht los. Mit neuen Versionen von so legendären Bildern wie "Das
kranke Mädchen" oder "Die Mädchen auf der Brücke" schlug er einen Bogen zum
Lebensfries, der Edvard Munch Ende des 19. Jahrhunderts zum international ebenso
gefeierten wie umstrittenen Künstler machte.
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