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Mittsommerabend, Mittsommertag und Mittsommersonntag, mit drei Feiertagen
feiert man für gewöhnlich Mittsommer in Schweden. Aber im Siljans-Gebiet
reicht es nicht mit drei Tagen. Man fängt schon Mitte Juni an und feiert bis
Mitte Juli, fast jedes Dorf hat seine eigene Tradition. Überall wo drei Wege
zusammentreffen und ein paar Häuser in der Nähe sind steht gewöhnlich eine
Maistange. Man sagt, dass dieser Brauch, eine Maistange zu errichten, schon
im Mittelalter aus Deutschland kam.
Die Stange symbolisiert Fruchtbarkeit und ist eine vorchristliche Tradition.
In Dalarna stehen die Stangen das ganze Jahr hindurch, am Anfang war es wohl
aus Bequemlichkeit, später wurde es zur Tradition. Die Maistange hat
eigentlich nichts mit dem Monat Mai zu tun. Schmücken mit frischem
Birkenlaub und den Blumen, die in dieser Jahreszeit blühen, wurde vor langer
Zeit „maja” genannt. Deshalb der Name Maistange = die mit Laub geschmückte
Stange. Ganz oben auf der Stange sitzt oft ein Gockel. Er symbolisiert „Gyllenhamme”
im Weltbaum „Yggdrasil”, aus der isländischen Mythologie. Der Hahn hält ein
wachendes Auge auf das Dorf. Die Blumenkränze, die an der Querstange hängen,
bedeuten, dass Gemeinschaft und Freundschaft sehr, sehr wichtig sind. In
Dalarna kann man auch oft zwei gekreuzte Pfeile sehen, sie sind von Dalarnas
Waffenschild und bedeuten Freiheit. Auch glaubt man einen sechskantigen
Stern zu sehen, aber in Wirklichkeit sind es zwei Dreiecke, die die
Fruchtbarkeit symbolisieren. Das Dreieck mit der Spitze nach unten bedeutet
weiblich, das Dreieck mit der Spitze nach oben männlich. So einfach ist das!
Die Mittsommerzeit ist die Zeit, in der es die meisten Menschen, die nicht
mehr „zu Hause” wohnen, heim zieht. Die Familientradition wird hoch
gehalten. Man isst und trinkt gut, freut sich wieder einmal alle Lieben zu
treffen und nicht zu letzt, die helle Jahreszeit zu genießen. Es gibt wohl
nicht viele Plätze auf dieser Welt, auf denen man Jung und Alt, Groß und
Klein, Dick und Dünn, um eine Stange hüpfend und singend sieht.
Natürlich ist Mittsommer mit Legenden und Magie verbunden. Es heißt, wenn
man seinen zukünftigen Mann im Traum sehen möchte, muss man während der
Mittsommernacht sieben verschiedene Blumen pflücken und sie unter das
Kopfkissen legen. Eine andere besagt, dass, wenn man in dieser Nacht nackt
rückwärts über eine taunasse Wiese läuft, auch den Zukünftigen sieht. (Ob es
da nicht mehrere gibt, die in den Büschen lauern?)
Auch den Tieren wird übernatürliches zugetraut. So sagt man, dass sie in der
Mittsommernacht sprechen können. Und so ist es wahrhaftig, ich habe es
selbst miterlebt.
Ich befand mich an einer Quelle im Wald, als ein Stückchen weiter ein Wolf
kam um Wasser zu trinken. Nachdem er sich satt getrunken hatte, legte er den
Kopf zurück und bellte hinaus: ich bin der König der Tiere!!!!! Unbemerkt
war neben ihm ein Bär aufgetaucht und der brüstete sich auf und fragte
barsch: Was sagtest du eben? Der Wolf erschrak, als er den riesengroßen
Bären sah und gab kleinlaut bei: Entschuldige, aber du weist ja, dass man,
wenn man zu viel getrunken hat, immer wirres Zeug spricht!
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